
Ergo-Spiele im Kindergarten: Ein spielerischer Weg zur Förderung kindlicher Fähigkeiten
25. März 2025
Ein Kindergarten in Letňany wurde zum Schauplatz einer besonderen Begegnung kleiner Kinder mit der Ergotherapie. Die Veranstaltung „Ergo-Spiele“ bot den Kindern die Möglichkeit, neue Aktivitäten zu entdecken, die ihre natürliche Entwicklung, Motorik und Sinneswahrnehmung fördern. Unter der Leitung der Ergotherapeutin Mgr. Natálie Hrušková von der Ponseti Clinic konnten die Kinder an verschiedenen Spielen und Übungen teilnehmen, die nicht nur Spaß machen, sondern auch ihre Selbstständigkeit im Alltag fördern. Solche Veranstaltungen zeigen auf spielerische Weise, wie wichtig die Förderung einer gesunden Entwicklung ist – mit positiven Auswirkungen auf den Alltag und den künftigen Schulerfolg.
Was haben die Kinder in der Ergotherapie alles ausprobiert?
Das Programm war so aufgebaut, dass die Kinder spielerisch Fein- und Grobmotorik, Bewegungskoordination sowie die Wahrnehmung von Berührungen und Geräuschen entwickeln konnten. Zu den Übungen gehörten zum Beispiel Sinnesaufgaben, bei denen die Kinder blind Gegenstände in einem Säckchen ertasteten, oder Bewegungsspiele für Gleichgewicht und Koordination. Wichtig war, dass alle Aktivitäten zwanglos durch Spiel und eigenes Erleben stattfanden. Ergotherapie im Kindergarten kann übrigens sowohl in der Gruppe stattfinden, wie bei den Ergo-Spielen, als auch einzeln – wenn Therapeutin und Kind zu zweit arbeiten.
Die Kinder reagierten sehr positiv auf die Aktivitäten. „Sie waren begeistert! Die Aktivitäten haben sie so mitgerissen, dass sie gar nicht gemerkt haben, dass sie eigentlich ‚üben‘“, berichtete Ergotherapeutin Hrušková, die das Programm leitete. Am erfolgreichsten waren Bewegungsspiele und Sinnesaktivitäten, etwa das Erraten von Gegenständen durch Tasten. „Es war interessant, die Unterschiede zwischen den Kindern zu beobachten – manche legten sofort los, andere mussten erst alles erkunden. Am Ende hat aber jedes Kind etwas gefunden, das ihm Spaß gemacht hat“, ergänzte sie.
Welche Bedeutung hat die [Ergotherapie](/specialization/occupational therapy) für Kinder?
Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, zum Beispiel mit motorischen Störungen, Problemen in der Grafomotorik, der Konzentration oder der Verarbeitung von Sinneseindrücken, ist Ergotherapie besonders hilfreich. Durch gezielte Übungen können sie sich auch in Bereichen verbessern, die ihnen vorher Schwierigkeiten bereiteten, und mehr Sicherheit in Bewegung und Alltag gewinnen. „Ergotherapie kann aber auch für Kinder ohne besondere Probleme nützlich sein. Sie hilft ihnen zum Beispiel, ihren Körper besser wahrzunehmen, die Koordination zu entwickeln oder mehr Sicherheit in der Bewegung zu gewinnen“, erklärt die Ergotherapeutin der Ponseti Clinic.
Die Ergotherapie konzentriert sich auf die Verbesserung von Motorik, Koordination, Sinneswahrnehmung und Selbstständigkeit. Die Aktivitäten sind so gestaltet, dass die Kinder alltägliche Aufgaben nach und nach besser bewältigen – etwa den richtigen Stiftgriff, das Schließen von Knöpfen oder die Konzentration auf eine Tätigkeit.
Wie können Eltern oder Pädagogen helfen?
Eine große Rolle spielten bei den Ergo-Spielen auch die Pädagoginnen, die sich aktiv an den Aktivitäten beteiligten, was die Kinder motivierte. Einige Techniken lassen sich zudem leicht in den normalen Alltag einbauen – zum Beispiel Bewegungsspiele zum Aufwärmen vor dem Lernen oder einfache Übungen zur Förderung der Feinmotorik. So können Pädagogen die ergotherapeutischen Übungen auch im Kindergartenalltag fortsetzen. „Ideal ist ein regelmäßiger Besuch der Ergotherapeutin einmal im Monat oder alle zwei Monate, damit sich die Kinder schrittweise verbessern und die Lehrkräfte Anregungen für weitere Aktivitäten erhalten. Aber auch tägliche kleine Übungen wie Fingerspiele oder Gehen auf unebenem Untergrund machen einen großen Unterschied“, erklärt die Ergotherapeutin.
Ergotherapeuten geben auch Eltern Empfehlungen für Aktivitäten, mit denen Kinder ihre Fähigkeiten zu Hause weiterentwickeln können. Eltern, die unsicher sind, ob ihr Kind Ergotherapie braucht, sollten auf bestimmte Signale achten. Dazu gehören zum Beispiel Schwierigkeiten in der Feinmotorik (z. B. ein falscher Stiftgriff oder Probleme mit dem Schließen von Knöpfen), Ungeschicklichkeit in der Bewegung, Konzentrationsprobleme oder Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Berührungen oder Geräuschen. „Manchmal reichen ein paar Tipps und Übungen, und man sieht sofort einen Unterschied. Halten die Probleme aber an, sollte man sich an eine Fachperson wenden“, empfiehlt Mgr. Hrušková von der Ponseti Clinic.
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